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Radlersonntag Fotos 2010
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Radlersonntag 2009
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Teilnehmerkarte

Seit Beginn des Radlersonntags ist ein Utensil, vom Rad einmal abgesehen, nicht mehr weg zu denken: Die Teilnehmer- oder auch Infokarte, im Mülsener Volksmund auch als Radlerkarte, Stempelkarte oder Streckenkarte genannt. Das Aussehen und die Form der Teilnehmerkarte hat sich in den letzten Jahren immer wieder geändert. Ständig ist etwas Neues hinzu gekommen, aber im grossen und ganzen ist der Sinn und Zweck der Teilnehmerkarte in den Jahren erhalten geblieben.

Die allererste Karte war für den Anfang richtig gut gemacht, nicht etwa weil sie ein Foto und einen abgestuften Schnitt hatte, sondern weil sie bis heute wegen ihrer etwas eigenartigen Originalität aus dem Rahmen fällt. Die Teilnehmerkarte enthält eine sehr lustige Zeichnung. Zwei radelnde Figuren, eine davon erinnert an die russische Blech-Fabelfigur Selbermacher, sitzen auf einem Tandem und ziehen am Ende dessen ein kleines Auto im Schlepptau hinter sich her. In den abgestuften Ecken, die zu dem farblich abgegrenzt bzw. unterlegt sind, steht das erste Motto (wenn man es denn als Motto hernehmen kann) des ersten Radlersonntags: 14 Erlebnis-Kilometer zum Radeln und zum Wandern. Zum einzigen und letzten Male ist auf der Karte nicht nur ein Landschaftsfoto abgebildet, sondern auch ein Kartenausschnitt vom Media Touristik Verbund Hammerschmidt, wo die Strecke des Radlersonntags 1994 eingezeichnet ist. Auch das Wappen des Landkreises Zwickau erscheint auf der Karte und ist bei den künftigen Karten nie mehr aufgetaucht.

Die Karten der Jahre 1995 bis 1997 haben beim ersten Hinblick eines gemeinsam - das Motto: Fit und fröhlich auf 2 Rädern durch den Mülsengrund. Während die Karte vom zweiten Radlersonntag etwas grösser als beim ersten ausfällt, merkt man bei den Karten von 1996 und dem darauffolgenden Jahr, dass diese schlanker und um etwa 1,5 cm höher ausfallen. Diese Form und Grösse sollte noch ein weiteres Jahr so bleiben, bis dann ab 1999 und insbesondere ab 2003 sich die Grösse und auch Aufmachung wieder ändert. Auf den genannten drei Karten findet man zudem noch den ersten Spruch: Am ... . Mai - mal autofrei! Neu ist ab der Teilnehmerkarte vom 2. Radlersonntag die auffällig grosse Zahl von Werbefirmen, die in den aufklappbaren Hälften der Karten auftauchen bzw. benannt sind.

Seit 1995 finden sich auf der Karte Werbeanzeigen diverser Firmen aus dem Mülsengrund und der Region. Die Zahl variiert zwischen 20 bis 34, wobei sie in den Jahren nach 2006 stetig zurück ging und im Jahr 2009 bei 27 verharrte. Das hat damit zu tun, dass ein paar Informationen bezüglich Veranstaltungen hinzugekommen sind. Mehr als 121 verschiedene Firmen haben sich seit 1995 auf den bisher erschienenen Teilnehmerkarten präsentiert. Genau 451 Werbeanzeigen hat es bis zum 16. Radlersonntag gegeben. Das Zweiradhaus Lorenz aus Glauchau war von 1995 bis 2007 ununterbrochen mit einer Anzeige vertreten. Die Firmen W. Klitzsch ist mit 15 Werbeanzeigen der Spitzenreiter. Dahinter folgen mit 14 Anzeigen die Firma Beier & Haase, BRM Thurm sowie die Firmen Lorenz Zweiradhaus Glauchau und Schmiederei Trültzsch mit 13 Werbeanzeigen.

Sicher, nicht alle diese Firmen zeigen und präsentieren sich beim Radlersonntag an der Strecke. Offensichtlich hat die Werbung noch einen anderen inhaltlichen Grund, der sich aber schnell erahnen lässt. Das einzige was über dieses Manko (okay Werbung muss schon sein und eine gewisse Finanzierung auch) hinwegtröstet, ist der Hinweis „Druck auf umweltfreundlichem Papier“. Die erste wirklich gelungene Neuerung neben der Streckenabbildung, die es schon immer gab, ist ab 1996 der inhaltlich erweiterte Zweck: die Stempelfelder. Von nun an dient die Teilnehmerkarte nicht mehr nur als Orientierungs- oder Informationsblatt, sondern gewinnt an Wert. Man führt seitens des Veranstalters und der Gemeinde eine Verlosungstombola ein. Wer sich seine Teilnahme bestätigen lässt und die Karte an Start- oder Zielpunkt abgibt, kann etwas gewinnen.

Die radelnde Tandemfamilie ist vom 3. Radlersonntag bis einschliesslich zum 9. Radlersonntag 2002 auf jeder Karte abgebildet. Ausser auf der Karte von 1998, wo man die ersten 2 Familienmitglieder in der unteren Ecke des Titelblattes sieht. Das hängt damit zusammen, dass man beim „kleinen“ Jubiläum 1998 (5. Radlersonntag) ein Gedicht untergebracht hat, was folgendermassen lautet:


Radlersonntag - Autofrei,
alle sind heut mit dabei.
Mit Kind und Kegel, Katz’ und Hund
geht es in den Mülsengrund.
Groß und  Klein
es ist fürwahr eine buntegemischte Schaar,
die gesund sich heut’ bewegt
und damit die Linie pflegt.
Ohne Pannen, ohne Klagen, sollen heut’
nur alle sagen:
„Es war herrlich, es war schön,
nächstes Jahr wird man sich
wiedersehen!“


Auf den Karten der Jahre ab 1999 bis einschliesslich 2002 finden sich je zwei neue Sprüche bzw. Mottos: Einmal jedes Jahr im Mai - der Mülsengrund bleibt autofrei und Fröhlich, fit und sehr gesund, radelt’s sich im Mülsengrund. Dann hört die Zeit der Sprüche auf. Das Aussehen der Karte wandelt sich erneut Sie schrumpft ab 2003 um wenige Millimeter in der Höhe und das Titelbild ändert sich abermals. Die Karte bekommt für die nächsten drei Jahre vorn im Titelblatt eine Art Erkennungsfarbe, ähnlich wie die Farbe der Lohnsteuerkarte, die jedes Jahr eine andere ist. In den weiteren Jahren hat sich die grafische Aufmachung und Gestaltung der Karte dann weiter verändert und auch das sogenannte Glossy-Papier ist zurück gekehrt.

Im Innenteil der Karte von 2004 findet sich zum ersten Mal ein richtig peinlicher Druckfehler, wie die Gemeinde Mülsen zugeben muss: Das Datum (11. Mai) dort stimmt nicht mit dem wirklichen Veranstaltungstermin überein, sondern dem des vergangenen Jahres. Offensichtlich sind bei der Erstellung durch die „Komplett Druck“ - Druckerei die Daten für den oberen Innenteil des Vorjahres verwendet worden. Da sich diese Peinlichkeit im inneren Teil der Karte befindet, und so gut versteckt ist, fällt das Ganze zunächst nicht auf. Nur wenn man die Informationen genau studiert.

Ein kleiner Zusatz zum Schluss: Bis 2000 wurden die Teilnehmer-Karten mit der Postwurfsendung an die Haushalte verteilt. Seit dem kommt man nur an Start- und Zielpunkt bzw. an den Stempelstellen in den Besitz derselben. Wer einige Tage vor dem Radlersonntag im Verwaltungszentrum der Gemeinde Angelegenheiten erledigt oder vorbei geht, kann mit etwas Glück auch dort an die begehrte Karte kommen. Meist liegen einige Exemplare bei den Infoständen oder Infoablagen diverser angebotener Broschüren im Foyer aus.

Um das ganze abzurunden, können Sie auf dem unten abgebildeten Foto einmal alle bisherigen Teilnahmekarten (Titelbilderseite) sehen.


Die Teilnehmerkarten von 1994 bis 2010